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Wednesday, July 27, 2016

Mein Großonkel Hans Rolf Selbach - Ermordet mit 13 Jahren 1944

[shorter English version below]

Am 13. Juli 2016 wurde in Radevormwald in der Burgstraße ein Stolperstein für Hans Rolf Selbach verlegt.

Hans Rolf Selbach war mein Großonkel. Er wurde 1944 im Alter von 13 Jahren, kurz vor seinem 14. Geburtstag von Ottilie Schellander im Auftrag von Franz Niedermoser und Antonie Pachner ermordet. Letztere war Oberschwester des Siechenhauses Klagenfurt, in dem als Teil des Landeskrankenhauses Klagenfurt, zwischen 700 und 900 Schutzbefohlene umgebracht wurden. Sie waren Opfer des Euthanasie-Programms und wurden als „unwertes Leben“ zur Tötung bestimmt. Hans Rolf hatte Epilepsie und kam mit einer Gruppe von 40 Kindern aus Mönchengladbach „zum Zwecke der Tötung“ nach Klagenfurt. Nur ein Kind überlebte den Aufenthalt in der „Heilanstalt“ unter der Leitung von Dr. Franz Niedermoser.

Monday, September 3, 2012

Ausstellung: Holocaust im Comic

Es gibt im Archiv der Jugendkulturen   demnächst wieder eine interessante Ausstellung. Es geht um die Darstellung des Holocausts im Comic. Zuvor war die Ausstellung bereits in München und aktuell ist sie in der Versöhnungskirche in Dachau zu sehen.

Zur Ausstellung:
Eine steigende Zahl von Comics beschäftigt sich - mehr oder minder gelungen - mit der NS-Zeit und dem Holocaust. Die Ausstellung „Holocaust im Comic“ vom 8. Oktober bis 2. November 2012 zusammengestellt von Ralf Palandt, setzt sich anhand von Beispielen differenziert mit Holocaust-Abbildungen in Comics auseinander (Kriterien qualitativer Bewertung, antisemitische Beispiele, Exploitation, etc.) und regt zum Nachdenken sowie zur reflektierenden Lektüre an. Zur Vernissage am 8. Oktober 2012 wird Ralf Palandt um 19 Uhr zur Einführung in das Thema einen Vortrag zu „Comics im Schatten der Zensur“ halten. Im Vortrag wird die Frage behandelt, wie wir heute mit den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte umgehen. Beispiele illustrieren dabei die langjährige Zensur-Praxis im Bezug auf Comics mit den Themen Nationalsozialismus (und der visuellen Entsprechung im Hakenkreuz) und Holocaust. Was sehen wir, selbst wenn es nicht abgebildet wird? Ist diese Form der Zensur im internationalen und intermedialen Vergleich sinnvoll? Ziel ist es, zum Nachdenken anzuregen und sich der vorhandenen (Selbst-)Zensur bewusst zu werden. Die Vernissage beginnt am 8. Oktober um 15 Uhr im Archiv der Jugendkulturen e.V. Eintritt frei. 

Die Süddeutsche hat auch einen Artikel mit einer Bildergallerie aus der Ausstellung.

Ich habe auch das die Ausstellung begleitende Buch - extrem spannende Sachen drin:
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics; Ralf Palandt (Hrsg.); Sammelband; Archiv der Jugendkulturen Verlag; Berlin 2011; 36,- Euro; ISBN 978-3-940213-62-4

Friday, August 24, 2012

Fuckparade, und dazu: Dokumentarfilm Premiere

Am Samstag, 25. August 2012, findet mal wieder die Fuckparade in Berlin statt.  Die Demo zieht seit Jahren für subkulturelle Themen und Forderungen jährlich durch die Stadt. Dieses Jahr sind das vor allem Gentrifizierung, die total überholte Lärmschutz-Novelle und die GEMA-Presie-"Reform". Früher hatten wir mit unserem Verein Trashcave auch einen Wagen auf der Fuckparade, 2004 habe ich die Vor-Organisation übernommen und Presse koordiniert. Letztes Jahr habe ich auch noch mal für das Archiv der Jugendkulturen eine Rede gehalten. Ich bin formal noch Teil der Orga, allerdings nicht mehr aktiv dabei. Dennoch unterstütze ich die Fuckparade aus ganzem Herzen. Hier wird zwar laut und frech, aber mit Augenmaß und großem politischen Engagement jedes Jahr etwas auf die Beine gestellt - aus sonst eher als vom vielen Feiern angeblich zu müden Berliner Szenelandschaft. Das Gegenteil ist der Fall: das sind Kreative und Kulturschaffende von der Graswurzel, die sich mit cira 5,000 Teilnehmern durch die Straßen bewegen - an den Brennpunkten der politischen Themen vorbei. 

Peter Wick ist von Anfang dabei gewesen. Jedes Jahr hat er Massen an Material produziert und daraus einen sich ständig weiter entwickelnden Dokumentarfilm geschaffen. Eine frühe Version habe ich gesehen, auch Material von mir ist da drin zu sehen. Ich fand  den Film damals schon sehr sehenswert und bin gespannt auf die Premiere.
 
Die Premiere meines Langzeitdokumentarfilms "subculture ~ public" über die Berliner Fuckparade findet am Do. 30.08.2012 um 21h im ACUDkino, Veteranenstr. 21 * 10119 Berlin statt. 

Anbei auch noch der Pressetext.

Saturday, July 7, 2012

Ausstellung: Die Meldung - Schüler, Punks und Pioniere in der DDR

Ausstellungsplakat; Motiv: Volker Döring
Im Museum Pankow gibt es gerade eine interessante Foto-Ausstellung zu sehen. Jugend- und Schulalltag in der DDR. Von Punks bis Pioniere.

Ich stelle mir als Wessi DDR Jugend nicht einfach vor. Zumindest die von nicht-angepassten Jugendlichen. Aus der Gothic-Szene kenne ich auch einige persönliche Geschichten. Die Stasi-Akte von Rammstein Keyboarder Flake (zu DDR Zeiten in der Punk Band Feeling B) gibt da schon mal einen kleinen Einblick. Im Archiv der Jugendkulturen sind auch noch ganz andere sehr spannende Fundstücke, die teils noch auf ihre Entdeckung warten.

Im Westen waren zu der Zeit die gleichen Jugendlichen schon im Klammergriff der Marken- und Trendindustrie als Trendsetter oder Early Adopters - mal etwas vereinfachte gesprochen.
Auf die Ausstellung jedenfalls bin ich gespannt. Wenn schon jemand da war, mal Bescheid sagen wie es war.


26.05. bis 16.09.2012
Museum Pankow - Standort Prenzlauer Allee
Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner
Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin
Öffnungszeiten: Di - So 10 - 18 Uhr (feiertags geschlossen)
Eintritt: frei


Eine Ausstellung des Bezirksamtes Pankow, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Museum/Bezirkliche Geschichtsarbeit, Museum Pankow in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin

Thursday, June 21, 2012

Träum schön weiter - Jugend in Neukölln - Ausstellung sucht Aussteller


Ein weiteres spannendes Projekt aus bzw. mit dem Archiv der Jugendkulturen heißt "Träum schön weiter". Die Ausstellung zu dem Projekt ist momentan frei und buchbar. Wenn Ihr also jemand kennt, in dessen Räumen sie ausgestellt werden könnte - ich kann sie sehr empfehlen. Weiter unten findet sich das komplette Angebot. 

Der Blick aus dem Fenster, Geschäftsleben, Neuköllner Augenblicke, Neukölln hinter den Fassaden, Neukölln bei Nacht, Straßenszenen, Neuköllner Landschaften, Neukölln privat – 13 junge Leute des 11. Jahrgangs der Albrecht-Dürer-Oberschule beschäftigten sich auf sehr ehrliche Weise mit ihrem Stadtteil und ihrer eigenen inneren Welt.

In einer Schreib- und Fotowerkstatt, angeleitet von den AutorInnen Anja Tuckermann und Guntram Weber und den FotografInnen Ester Vonplon und Jörg Metzner, schufen die jungen NeuköllnerInnen sehr persönliche, kraftvolle wie innerliche Texte und fanden durch die Kamera einen besonderen Blick auf ihren Bezirk. Teile dieser Arbeiten sind in einer Ausstellung buchbar. 

Monday, June 18, 2012

Humanity in Action at the CSD Berlin


This Saturday, the CSD parade marches through Kreuzberg and Mitte  and Humanity in Action (HiA) will be part of the parade in a joint block with Aktion Sühnezeichen. LGBT-rights are a very important part of human rights and minority rights and therefore it makes perfectly sense to march on the CSD as a human rights organisation. 

Though I won't be in Berlin myself, I invite everybody to show up. Most of the current fellows of Humanity in Action's summer program in which I participated in 2006 will also be coming and I am sure that we will take part in an impressive political demonstration while we also join a great party. Which other minority manages to combine those two things? Well, the Fuckparade does. 

The HiA block will meet Saturday the 23rd at 11:15 at Prinzenstrasse and Moritzstrasse. The parade itself starts at 12:00, so there is plenty of time to find each other and distribute cool T-Shirts, watch out for the HiA banner and take some Flyers to do some HiA PR. 

Aktion Sühnezeichen has been a regular participant on the CSD with their own block and march alongside other NGOs for equal rights of the LGBT community. As most of you know the Christopher Street Day or Gay Pride Parade is an anual event all over the world commemorating the Stone Wall Riots  in New York in 1969 and helps raise awareness to the civil rights of sexual minorities.